Was zu beweisen war: Korrekturlesen!

Der erste Monat des Jahres ist vorbei –

mir ist das nur recht, denn der Januar war noch nie so wirklich mein Freund (kalt, dunkel, und die Glühweinstände sind abgebaut). Dass wir nun schon Februar haben, bedeutet allerdings auch: ein Monat weniger, um zu tun, was ich mir für 2016 vorgenommen habe. Aber hey – es bleiben immer noch zehn Monate und 20 Tage. Also noch alles drin.

Meine Mutter sagt bei solchen Gelegenheiten gerne den schönen Satz „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“. Will sagen: Ich (wie vermutlich Millionen andere Menschen) nehme mir viel vor und hoffe das Beste, aber am Ende bin ich eben, wie ich bin und tue, was ich  tun kann und muss, auch wenn mich das geradenwegs „in die Hölle“ transportiert. – Warum schreibe ich das? Weil eine Sache, die ich mir immer wieder vornehme, die ist, mich endlich auch mal selber an das zu halten, was ich anderen Menschen so dringend empfehle.

Beispielsweise, wichtige Texte IMMER auf Fehler zu kontrollieren, bevor ich sie auf irgendeine Art veröffentliche. Am besten ist es, wenn jemand anders draufguckt, aber ZUMINDEST sollte man einmal selber korrekturlesen. Irgendein fieser Fehler versteckt sich immer irgendwo. So auch vor einigen Wochen bei mir. Ja, ihr lest richtig…

Ich schalte in regelmäßigen Abständen eine Anzeige auf bremen.de und biete meine Lektoratsdienste an. Eine, wie ich finde, wohlformulierte, aussagekräftige und ansprechende Anzeige. Beim letzten Mal aber gefiel mir ein Satz nicht mehr und ich nahm eine winzige Änderung vor. Am folgenden Morgen hatte ich bereits drei Antworten auf meine Annonce im Postfach. Wie schön! Oder doch nicht? Denn eine davon hatte folgenden Inhalt: „Hallo, ich habe interessehalber eben die Anzeige überflogen, gefällt mir sehr gut; mir sind nur zwei Tippfehler aufgefallen, was sich vielleicht bei potentiellen Kunden ungünstig auswirken mag. Mit freundlichen Grüßen xxx“. – Wenn ich sage, dass mir beim Lesen das Blut in den Adern gefror, ist das nur ein ganz kleines bisschen übertrieben. Gibt es etwas Peinlicheres für eine Lektorin, als wenn in einer Anzeige, mit der sie sich sozusagen als Heldin der deutschen Sprache anpreist, zwei (ZWEI!!) Fehler gefunden werden? Und ich hatte sie noch nicht mal übersehen – ich hatte einfach den Text vor dem Freischalten nicht nochmals gelesen! Kleine Fehler, winzig geradezu – ein Buchstabe am Anfang eines Wortes war nicht fett, und ich hatte ein überflüssiges „h“ zu löschen vergessen. Aber egal – so etwas darf nicht passieren. Nicht in Anzeigen, nicht in Bewerbungen, Romanexposés, Dissertationen oder Liebesbriefen. Im Beruf, also bei meinen Kunden, ist das für mich vollkommen selbstverständlich. Nur bei meinen eigenen Texten bin ich manchmal etwas zu fix. Aber damit ist es nun vorbei! Und deshalb wiederhole ich hier feierlich und öffentlich meine feste Absicht, mich an das zu halten, was ich meinen Kunden stets ans Herz lege: Lasst eure Texte von jemandem auf Fehler kontrollieren oder lest sie wenigstens selbst ein- oder besser zweimal sorgfältig durch. Hilfe findet ihr hier: http://www.duden.de/

Oder fragt mich. Ich helfe gern.

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